Alternative Konfliktlösung

Alternative Konfliktlösung

Übersicht

In den kommenden Jahren werden alternative Konfliktlösungsmethoden, die sogenannte Alternative Dispute Resolution (ADR), unser Rechtssystem und damit den Rechtsmarkt stark verändern. Sie umfasst verschiedene Methoden, Interessenkonflikte außerhalb der staatlichen Gerichtsverfahren ohne hoheitlichen Zwang zu lösen. Dabei unterstützt stets ein neutraler Dritter die Konfliktparteien in einem strukturierten Prozess bei der Suche nach einer Einigung (Mediation), schlägt ihnen gegebenenfalls eine Lösung vor (Schlichtung) oder entscheidet über den Streit verbindlich (Schiedsverfahren). Darüber hinaus zählen wir zur ADR aber auch die Konfliktprävention - beispielsweise durch den Aufbau innerbetrieblicher Konfliktmanagementsysteme oder durch die Etablierung einer Familiencharta in Familienunternehmen.

Die Vorteile solcher alternativer, d. h. außergerichtlicher Konfliktlösungsmethoden liegen vor allem im Zeit- und Kostenvorteil sowie darin, dass die Konfliktbeteiligten im Idealfall eigenverantwortlich zu einer Lösung gelangen, wodurch sich gerechtere Ergebnisse erzielen lassen. Dies wiederum steigert die Dauerhaftigkeit des Rechtsfriedens.

RITTERSHAUS gestaltet diese Veränderung des Rechtsberatungsmarktes seit langem mit. Über die rein anwaltliche und notarielle Dienstleistung hinaus sind zahlreiche unserer Berufsträger schon heute als Mediatoren ausgebildet und in Schiedsverfahren tätig. Bei Fragen der Konfliktprävention und des Konfliktmanagements ergänzen wir das Beratungsspektrum um die mediationsanaloge Beratung, im B2B-Bereich bietet RITTERSHAUS spezifische Leistungen aus der Wirtschaftsmediation an. Einen besonderen Anwendungsbereich der Mediation sehen wir im Bereich des Arbeitsrechts, da sie eine wirksame Alternative zu Arbeitsgericht und Einigungsstelle darstellt. Insbesondere bei gering eskalierten Konflikten bietet sich schließlich auch eine Moderation als niedrigschwelliger Einstieg in die professionelle Konfliktbearbeitung an.

Mediatoren

Der Einsatzbereich der Mediation ist dabei nahezu unbegrenzt: Die Mediation im Arbeitsrecht etwa nützt bei Konflikten in der Geschäftsführung oder zwischen Führungskräften, bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern oder dem Betriebsrat sowie innerhalb einzelner Abteilungen oder Teams. Bei der Unternehmens- und Vermögensnachfolge findet die Mediation sowohl im Planungsprozess Anwendung (mediationsanaloge Beratung) als auch bei streitig werdenden Auseinandersetzungen nach Erbfällen (Erbmediation). Mediation im Gesellschaftsrecht dient der vertraulichen Beilegung von Gesellschafterstreitigkeiten, und ist auch geeignet, Konflikte zwischen oder innerhalb anderer Gesellschaftsorgane, wie der Geschäftsführung, dem Bei- oder Aufsichtsrat zu lösen. Im Speziellen bei Streitigkeiten im B2B-Bereich unterstützt die Wirtschaftsmediation bei der Lösungssuche zwischen Herstellern, Zulieferern, Dienstleistern und Kunden, aber auch bei Auseinandersetzungen von Unternehmen etwa mit der öffentlichen Hand.

Mediation im Gesellschaftsrecht

Die Mediation im Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht kann sowohl bei internen als auch externen Konflikten zur nachhaltigen und zukunftsfähigen Streitlösung genutzt werden.

Konflikte in diesem Bereich können auf unterschiedlichsten Ebenen entstehen, so zum Beispiel innerhalb von oder zwischen Organen eines Unternehmens (wie Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Beirat) sowie zwischen Gesellschaftern oder Konzerngesellschaften. Zudem entstehen Konflikte regelmäßig mit anderen Unternehmen, Geschäftspartnern, Herstellern und Zulieferern; allseits bekannte Situationen sind hierbei Vertragsverhandlungen, die zum Abschluss eines Vertrages führen sollen, aber auch Konflikte um die Auslegung vertraglicher Bestimmungen bereits geschlossener Verträge. Nicht zu verkennen ist, dass bei Konflikten im Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht oftmals langjährige Geschäftsbeziehungen auf dem Spiel stehen oder kostenintensive und zeitraubende Rechtstreitigkeiten drohen, deren Ausgang häufig ungewiss ist.

In all solchen Fällen unterstützt der Mediator die Beteiligten in einem die Vertraulichkeit wahrenden Verfahren dabei, auf der Grundlage ihrer jeweiligen Interessen und Bedürfnisse eigenverantwortliche Lösungen für den konkreten Konflikt zu finden; dabei bietet die Mediation zudem ein im Verhältnis zur gerichtlichen oder schiedsgerichtlichen Auseinandersetzung schnelleres und kostengünstigeres Verfahren.

Mediation im Arbeitsrecht

Das gesamte Arbeitsrecht ist geprägt von den unterschiedlichen Interessen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer einerseits bzw. Arbeitgeber und Betriebsrat und/oder Gewerkschaft andererseits. Die vom Gesetzgeber vorgesehenen Verfahren vor Arbeitsgericht und Einigungsstelle stellen eine besondere Form der Zwangsschlichtung dar, bei der ein Konflikt letztlich immer durch die Entscheidung eines Dritten entschieden wird.

Die Mediation bietet hier - ob im Arbeitsverhältnis oder zwischen Betriebsparteien - die Möglichkeit, nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen mit Hilfe eines Mediators eigenverantwortlich und vertraulich zu erarbeiten und damit zu einer Befriedung zu führen, die ein Gericht oder eine Einigungsstelle oftmals nicht zu leisten vermag.

Auch und gerade bei Auseinandersetzungen innerhalb eines Betriebes, ob zwischen Führungskräften, zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern oder innerhalb der Belegschaft bietet sich die Mediation als schnelles, vertrauliches und kostengünstigeres Verfahren an.

Erbmediation

Der Erbfall ist in vielerlei Hinsicht ein einschneidendes Ereignis. Die auftretenden rechtlichen und steuerlichen Herausforderungen werden in aller Regel erst durch psychologische und emotionale Aspekte wirklich streitig: Enterbung und Pflichtteilsansprüche, die Frage nach der „gerechten“ Verteilung des Erbes, Patchwork-Familien – die Anlässe, die im Einzelfall zum Konflikt führen, sind mannigfaltig. Eine dauerhafte Befriedung, einen guten Abschluss des Erbfalles werden die Beteiligten dabei häufig nur dann erreichen, wenn abseits der juristischen und steuerlichen Lösungsmöglichkeiten alle emotionalen Bedürfnisse befriedigt werden.

Gerichtliche Verfahren können dies nicht leisten. Im Gegenteil: Emotionen erhalten hier meist bewusst nur wenig Raum, die Entscheidung vor Gericht, ob Urteil oder Vergleich, löst damit in aller Regel nur die Sachfragen, versöhnt aber nicht die den Konflikt eigentlich treibenden Gefühle. Immer häufiger suchen daher Erben, Vermächtnisnehmer, Pflichtteilsberechtigte und Testaments­voll­strecker die Unterstützung eines Mediators. Dort können im vertraulichen Rahmen, in einer geordneten und von gegenseitigem Respekt geprägten Kommunikation alle Themen gemeinsam bearbeitet und einer tragfähigen Gesamtlösung zugeführt werden.

Schiedsverfahren

Schiedsverfahren bieten zahlreiche Vorteile gegenüber staatlichen Verfahren: zügige Streitbeilegung in einer einzigen Instanz, Vertraulichkeit und erfahrene Spezialisten als Schiedsrichter anstelle von zufällig bestimmten Berufsrichtern. In grenz­überschreitenden Verträgen bieten Schiedsklauseln zudem die beste Gewähr für effektiven Rechtsschutz.

Wir beraten Unternehmen umfassend in allen mit Schiedsverfahren zusammenhängenden Belangen, von der Wahl des Schiedsortes und der Schiedsordnung über die Führung des Schiedsverfahrens bis hin zur Anerkennung und Vollstreckung von nationalen und internationalen Schiedssprüchen. Unsere Spezialisten verfügen über umfassende Erfahrung im Umgang mit den gängigen nationalen und internationalen Schiedsordnungen sowie in ad-hoc-Schiedsverfahren und werden auch selbst immer wieder als Schiedsrichter benannt.